Ein paar Worte zur Kaninchenimpfung

Die Momentane Seuchenlage: es besteht eine hohe Gefährdung deutschlandweit! Fahren Sie lieber weiter, als auf die Impfungen zu verzichten! Impfen Sie unbedingt auch alle Innenkaninchen. Die chronisch kranken Kaninchen können mit Filavac in der Regel problemlos geimpft werden (mit dem Tierarzt besprechen).

Gegen welche Krankheiten können Kaninchen geimpft werden?

 

Kaninchenpest (Myxomatose)

Erreger: Leporipoxvirus myxomatosis (Pockenvirus)

Übertragung: Durch direkten Kontakt zu kranken Tieren oder indirekt durch Stechmücken, den Kaninchenfloh, Milben und andere Insekten oder kontaminiertes Futter bzw. andere Gegenstände.

Symptome: Gerötete, weiche Schwellungen (Myxome) an Augenlidern, Lippen, der Nase, den Genitalien usw., Augenausfluss, Atembeschwerden, Abmagerung, Nahrungsverweigerung, Schluckbeschwerden, schlechter Allgemeinzustand und schließlich der Tod. Desweiteren sind versch. mildere Verlaufsformen bekannt mit weniger auffälligen Symptomen wie Unfruchtbarkeit, Flecken etc.

Therapie: Sehr schlechte Prognose, daher wird oft von einer Behandlung abgeraten, meist verläuft die Maxomatose tödlich. Bei sehr milden Verlaufsformen kann eine Behandlung versucht werden, überlebende Tiere sollten allerdings nur mit anderen „Überlebenden“ vergesellschaftet werden (ansonsten besteht Ansteckungsgefahr)! Die Myxomatose wird smptomatisch behandelt (Antibiotikum, Infusionen etc.), eine Notimpfung ist nicht sinnvoll.

Zugelassene Impfstoffe in Deutschland (Lebendimpfstoffe): CUNIVAK JET, CUNIVAK MYXO, Lapimed Myxo id, Riemser Myxomatose-Vakzine, Lapimed RHD, RIKA-VACC Myxo dn, RIKA-VACC Myxo jet, RIKA-VACC Myxo

Zugelassene Doppelimpfstoffe (Kombi mit RHD): NOBIVAC Myxo-RHD, CUNIVAK COMBO, Dercunimix, RIKA – VACC Duo [Paul Ehrlich Institut, 2005]

Was bewirkt eine Impfung?

Die Schutzimpfungen bieten keinen Schutz vor Myxomatose (wie oft fälschlich angenommen!), sondern mildern im Falle einer Infizierung laut Impfstoffherstellern lediglich den Krankheitsverlauf ab. Egal ob geimpft oder ungeimpft, können Kaninchen an der Myxomatose erkranken, bei Kontakt mit dieser. Geimpfte Kaninchen haben im Schnitt allerdings einen milderen Krankheitsverlauf und somit bei entsprechender Behandlung eine größere Überlebenschance. Einige Menschen fordern, Kaninchen, die an Myxomatose erkranken, grundsätzlich einzuschläfern, da es sich um eine schwere Erkrankung handelt und auch bei milderem Verlauf und guter Behandlung das Tier gequält wird, allerdings gibt es auch in seltenen Fällen extrem milde Verläufe, die das Kaninchen bei entsprechender Therapie gut und ohne Qualen übersteht. Wichtig ist auch zu wissen, dass erkrankte Tiere nach der Genesung weiterhin das Virus ausscheiden, also zu seiner Verbreitung beitragen und auch andere Kaninchen gefährden, sie sollten eine Weile (min. ein halbes Jahr) nur mit ebenfalls infizierten Tieren zusammenleben. Entscheidet man sich für die Einschläferung, wenn ein Tier Myxomatose bekommt, wäre die Impfung überflüssig, nur wenn man in diesem Fall kämpfen möchte, ist sie sinnvoll, da der Krankheitsverlauf dann milder sein kann (= höhere Überlebenschance).

 

Impfstoff-Wirkung

„Zur aktiven Immunisierung von Kaninchen ab einem Lebensalter von 5 Wochen um die Mortalität und die klinischen Symptome der Myxomatose zu verringern sowie um die durch die Hämorrhagische Krankheit der Kaninchen verursachte Mortalität zu verhindern. Beginn der Immunität: 3 Wochen; Dauer der Immunität: 1 Jahr“

Quelle: Impfstoff-Hersteller NOBIVAC

 

„Im vergangenen Jahr hatten zahlreiche Züchter in ihrem Bestand die Kaninchenseuche Myxomatose obwohl die Tiere geimpft waren. Viele Tiere haben die Seuche nicht überstanden, einige haben jedoch überlebt und sind jetzt wieder wohlauf. Sie haben aber kleine vernarbte Stellen auf der Nasenkuppe (leichte Verschorfung).“

Quelle: Achim S. LV Berlin-Brandenburg in einem Brief an den Impfstoffhersteller IDT Biologica

 

Chinaseuche (RHD; Rabbit Haemorrhagic Disease)

Erreger: Calici-Virus

Übertragung: Durch direkten Kontakt zu kranken Tieren oder indirekt durch Stechmücken, den Kaninchenfloh, Milben und andere Insekten oder kontaminiertes Futter bzw. andere Gegenstände.

Symptome: plötzlicher Tod, Tiere werden oft mit überstrecktem Kopf (in den Nacken geworfen) und blutiger Nase vorgefunden. Seuchenhaftes Massensterben. Organschäden, innere Blutungen, Atemnot, Erstickungsanfälle

Therapie: Nicht möglich, zu schneller Krankheitsverlauf. Wenige Überlebende.

Zugelassene Impfstoffe in Deutschland (Totimpfstoffe): CASTOREX, CUNIVAK RHD, Lapimed RHD, RIKA – VACC RHD Achtung nur gegen RHD nicht RHD II

Zugelassene Doppelimpfstoffe (Kombi mit Myxomatose): NOBIVAC Myxo-RHD, CUNIVAK COMBO, Dercunimix, RIKA – VACC Duo [Paul Ehrlich Institut, 2005] Achtung nur gegen RHD nicht RHD II

Filavac VHD C+V wirkt gegen RHD und RHD 2 als Jahresimpfung

Eravac als ½ Jahr Impfung (muss Grundimmunisiert werden) wirkt gegen RHD II

Was bewirkt eine Impfung?

Die Impfstoffe gegen RHD verfügen aber über eine gute Wirksamkeit und wenige Nebenwirkungen. Sie sind der zurzeit am besten ausgereiften Impfstoff unter allen Kaninchen-Impfstoffen.

Erweiterung zur RHD II

Der RHD-Erreger ist ein Calicivirus, so wie auch einer der Erreger des Katzenschnupfens. Nachdem jahrelang nur das klassische RHD Virus auftrat, stellte man 2010 erstmals einen neuen RHD Erreger fest, der in Frankreich auftrat (RHD2-Virus), an diesen starben auch geimpfte Kaninchen. 2014 trat er erstmals in Deutschland auf (an Frankreich angrenzende Bundesländer).

Das Virus überlebt auch ohne Wirt unter günstigen Bedingungen gute sieben Monate, ist unempfindlich gegenüber jeglichen Witterungseinflüssen (selbst bei dauerhaften 80 Grad überlebt er zwei Tage lang – bei 20 Grad Raumtemperatur immerhin 14 Wochen). Das RHD2-Virus tritt nicht nur in den Sommermonaten, sondern leider auch im Winter auf.

RHD ist nicht mehr meldepflichtig und muss nicht angezeigt werden.

Ideal ist es z.B. Filavac VHD C+V (RHD / RHD II) sowie Cunivak Myxo zu impfen, diesen Schutz haben unsere Babyzwerge bei Auszug und sind somit bestens geschützt.